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Nachtrag/Ergänzung
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ICANN: Einführung neuer Domain-EndungenMehrere Jahre hat es gedauert, doch jetzt stehen die ersten weiteren generischen Top-Level-Domains fest. Bestimmt wurden sie von ICANN im November 2000. Sie sollen bis Mitte 2001 zur Verfügung stehen. Von David Rosenthal Das Internet-Establishment beschenkt sich selbst: Letzte Woche suchte sich die private "Internet-Regierung" ICANN in den USA aus 44 Anträgen sieben neue Endungen für Domain-Namen aus. Geht alles nach Plan, wird es ab Frühling neben Internet-Adressen mit den bekannten Anhängseln wie ".com", ".net" oder ".ch" auch völlig neue Adressen geben: Fluggesellschaften werden auch unter ".aero" auftreten können, Museen mit ".museum" und Unternehmen mit ".biz" (siehe Kasten). Anders als bei den bisherigen, länderunabhängigen so genannten Top-Level-Domains wie ".com", ".net" und ".org" sind die meisten der neuen Endungen nicht mehr so einfach und billig zu haben: Die Registrierung einer Adresse mit ".biz" soll 2 000 Dollar kosten. Und ".pro" kriegt nur, wer sich als lizenzierter Freiberufler ausweist. Einmal mehr geht es um ein Big Business: 50 000 Dollar mussten die Antragssteller nur schon zur Prüfung ihres Antrags bezahlen. ICANN machte die Regeln: Die private US-Firma ist zwar höchst umstritten und alles andere als demokratisch, hat aber dank der Kontrolle zentraler Internet-Systeme und Protektion der US-Regierung faktisch das Sagen im Netz. Jetzt muss sie mit ihren Gewinnern Verträge für den Betrieb der neuen Top-Level-Domains ausgehandeln. Aus deren Sicht ist das fast wie eine Lizenz zum Gelddrucken: Network Solutions, bei der die meisten der über 30 Mio. heutigen Domain-Namen hinterlegt sind, ging letzten März für immerhin 20 Mrd. Dollar über den Tisch. Einige Beobachter rechnen entsprechend mit einem grossen Ansturm auch auf die neuen Registrierstellen, sobald diese öffnen. Auch Internet-Anbieter profitieren: Die neuen Endungen erlauben neue Marketingmöglichkeiten. Die Initianten des erfolgreichen ".biz"-Bewerberteams werben etwa mit ihrem hohen Registrierpreis: Wirklich an Geschäften interessierte Unternehmen blieben unter sich, hiess es; der Internet-Startup des 13-jährigen Schülers oder des Tante-Emma-Ladens ist unerwünscht. Die Hoffnung, mit den neuen Domain-Endungen könnte die vielzitierte Knappheit an freien, sinnvollen Domains überwunden werden, dürfte Wunschtraum bleiben -- zumindest, wo es um Markenrechte geht: Sie gelten für Domains mit den neuen Endungen genauso wie mit den alten. Konflikte sind also vorprogrammiert. Reine Benutzer haben von den neuen Endungen ebenfalls kaum etwas. Die Verwirrung, wer unter welcher Adresse zu finden sein wird, dürfte eher zunehmen. Hilflos wirkt auch die neue Endung ".name" für Private. Abgesehen vom ungelösten Problem, welcher Peter Müller "peter.mueller.name" haben darf, scheinen etliche der ICANN-Direktoren das Domain-Namen-System ohnehin nicht zu verstehen: Denn es ist kein Katalog von Internet-Angeboten, sondern eine Eingabehilfe für die kryptischen Netzwerkadresscodes, die im Internet benutzt werden. Kataloge von Museen gibt es im Web zudem schon; eine eigene Top-Level-Domain dafür ist Kosmetik. Echte Chancen ignorierte das ICANN-Direktorium dagegen. So blitzte die Weltgesundheitsorganisation WHO mit ihrem Vorschlag für ".health" ab: Die WHO hätte die Endung als eine Art Gütesiegel nur für Internet-Angebote mit seriösen Gesundheitsinformationen abgeben wollen. Das wäre ein echter Mehrnutzen gewesen, auf den Konsumenten nun mindestens bis zur nächsten Runde warten sollen. Die WHO kündigte aber bereits Rechtsschritte an.
http://www.icann.org(November 2000)
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